zzz: hamburg special

1968 zzz spoolHans_Scheugl-1968-zzz1968
Jedes Format, auch CinemaScope, beliebig lang, sw.
Ready-made Film Nr. 1

UA: im Rahmen der 1. Hamburger Filmschau, 16.-18. Feb. 1968

Hans Scheugls hamburg special besteht aus einem Faden, der anstelle eines Films durch den Projektor läuft. Im Bild erscheint auf der leeren hellen Leinwand ein Strich, der – durch Betätigung des Vorführers – hin- und herwandert. Bei der Hamburger Vorführung anlässlich der Filmschau wurde der Faden schnell gezogen. Dadurch wurde der Zuschauer zu Überlegungen eingeladen, ob der Faden wohl auf einem Film oder real durch die Projektor zieht. Bei einer Vorführung in Hannover wurde nur ab und zu am Faden gezupft, wodurch man eingeladen war, die ganze Schönheit, die „Feinstruktur“ des Fadens zu betrachten. Eine wesentliche Bedingung dieses Intermediums war damit erfüllt: die schöpferische Mitarbeit des Vorführers.

„Die 10 Filme des Jahres“, in: Film 1968, Jahrbuch der Zeitschrift Film.

Hans Scheugls Anweisung an den Filmoperateur, an einem durch den Projektionsapparat laufenden Zwirnsfaden beliebig zu zupfen und damit das Bild auf der Leinwand aleatorisch zu bestimmen, ist die einzige filmische Parallele etwa zu John Cage in der Musik.

Paul Kruntorad 1996

Mit zzz: hamburg special hat Hans Scheugl den Film gleichsam vom Zelluloid befreit: Anstelle eines Filmstreifens läuft ein Faden durch den Projektor, dessen Schatten sich als dunkler Streifen über die helle Projektionsfläche bewegt. Ein Objekt wird gleichsam zum projizierten Abbild, ohne die vermittelnde Zwischenstufe der filmischen Aufzeichnung zu durchlaufen.

Matthias Michalka, in: X-Screen, Filmische Installationen und Aktionen der Sechziger- und Siebzigerjahre. Katalog. Wien 2004

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