Was die Nacht spricht

Was die Nacht 1Was die Nacht spricht 21986
16mm, 1 : 1.85, 79 Min., Farbe
Buch und Regie: Hans Scheugl
Dialoge: Hans Scheugl, Elfriede Jelinek, Patienten des Psychiatrischen Krankenhauses Baumgartner Höhe, Wien
Produktion: Cinecoop Film
Kamera: Tamas Ujlaki
Ton: Heinz Bretterbauer
Musik: Hubert Sielecki, Felix-Quartett
Darsteller: Elfriede Jelinek, Christine Frankowicz, Walter Häuselmayer, Walter Rohrhofer, Klaus Wittmann, Haymon M. Buttinger, Irmgard Sohm, Leopold Ziwotsky, Edith Nikendei, Elfriede Holzinger, Andreas Ribisch.

„Das Volk der Nacht begräbt seine Toten nicht“.
Djuna Barnes, Nightwood.

Der Titel des Films verspricht eine Erzählung. Nicht weniger als um das Erzählte geht es dabei um den Prozess des Erzählens. Dieser ergibt sich aus dem Zusammenwirken mehrerer Erzählebenen.
Zwei Frauen, die miteinander in einer Kunstsprache sprechen, Arbeiter in einem Wirtshaus, die im Dialekt reden, Patienten des Psychiatrischen Krankenhauses, die improvisierend sich selbst zu Sprache bringen, – alle diese divergierenden Darstellungen kommunizieren, nicht indem sie handelnd ineinandergreifen, sondern indem sie sich berühren. Kommunikation als Nähe. Die Disparität herrscht nicht nur als formales Prinzip zwischen den Szenen, sondern auch inhaltlich innerhalb der Szenen als Traum und Sehnsucht.
Alle Handlungsstränge münden in die Nacht, wobei Nacht weniger eine Sache der Tageszeit als eine des geistigen Zustandes ist. Ebenso wie die Nacht alles isoliert und in seiner Vereinzelung verschärft hervorhebt, deckt sie auch alles gleichermaßen zu, verbindet sie. Die Umnachtung zeigt, was sie verbirgt.

Hans Scheugl, 1986

Festival: Rotterdam 1987.

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