Der Voyeur

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Aktion mit 8mm-Film, Projektor und Vorführer.

Hans Scheugl steht mit einem 8mm-Projektor vor der Leinwand und projiziert einen pornographischen Film. Die Dimensionen der eigentlichen Projektion sind jedoch so minimal, dass das Bild vom Zuschauerraum aus nicht sichtbar ist. Scheugl bietet dem Publikum an, zu ihm auf die Bühne zu kommen, um den Film zu sehen – eine Einladung, der tatsächlich einige BesucherInnen Folge leisten. Neben einer Demonstration der Mechanismen visueller Inbesitznahme reflektiert Der Voyeur nicht zuletzt auch jene Erfahrungshaltungen, die mit dem werbewirksamen Begriff Underground verbunden sind – die implizite Hoffnung des Publikums, Tabubrüche aller Art konsumieren zu können.

Michael Michalka in: X-Screen. Filmische Installationen und Aktionen der Sechziger- und Siebzigerjahre. Katalog. Wien 2004.

 

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