Biografie

Foto von Hans Scheugl aus dem Jahr 1968

Geboren 20. 3. 1940 in Wien.

Filmakademie in Wien und praktisches Filmstudium 1963 in Paris an der Cinémathèque. Rege Produktion von Fotos. Ab 1964 Publikationen in Zeitschriften. 1966 erster fertiger Film. Erste Filmvorführung am 26.1.1967 gemeinsam mit Ernst Schmidt jr, Peter Weibel und Kurt Kren im Palais Pallfy in Wien.

Gründete nach dem Experimentalfilm-Festival in Knokke, an dem er mit Hernals teilnahm, im Januar 1968 zusammen mit Schmidt jr., Weibel, Kren, Valie Export und Gottfried Schlemmer die Austria Filmmakers Cooperative. In der Folge gemeinsame Aufführungen und politische Auftritte in Österreich und Deutschland.

Scheugls Filmarbeit entwickelte sich in verschiedene künstlerische Richtungen. Sein erster Film Miliz in der Früh ebenso wie die späteren Filme Der Ort der Zeit und Was die Nacht spricht sind experimentelle Spielfilme. Die strukturellen Mittel des Films benutzte er in Filmen wie Wien 17, Schumanngasse und Hernals, um das Verhältnis von Realzeit und Filmzeit zu untersuchen. 1968 entstand eine Reihe von Expanded Cinema-Aktionen (zzz: hamburg special), die ihn über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt machten. Dokumentarfilme entstanden in den 1980er und 1990er Jahren.

In den 1970er Jahren zog er sich vom Filmemachen zurück und veröffentlichte mehrere Bücher. Er entfernte sich über Jahre vollkommen von der Kunstszene und hielt sich zwischen 1974 und 1977 mehrmals längere Zeit in Afghanistan, Indien und Nepal auf.

1986-rotterdam-filmfestival

1982 gründete er die Filmmakers Coop neu (Verleih und Filmwerkstatt)  und kehrte 1985 mit Der Ort der Zeit zum Filmemachen zurück. Er verband in diesem Film strukturelle Mittel mit Spielfilm-Motiven. Teilnahme an zahlreichen Filmfestivals. Drehte für den ORF einen Film über Kurt Kren.  1985 organisierte er die erste Schau österreichischer Avantgardefilme in den USA (Washington, New York) und schuf zwischen 1986 und 1990 den ersten Film-Pool des österreichischen Avantgardefilms.

Scheugl veröffentlichte ab 1996 weitere Bücher, kuratierte 2006 für die Viennale die Retrospektive Herbert Vesely  und beschäftigte sich mit Fotografie wie schon in den Jahrzehnten davor. Erste Fotoausstellung 1996. Teilnahme an mehreren Kunstausstellungen. 2012/13 Ausstellung früher Fotoarbeiten im Wien-Museum.
Nach einer Pause von 20 Jahren drehte er 2014 mit Dear John einen neuen Film.
Lebt in Wien.

Auszeichnungen und Preise:

Österreichischer Kunstpreis 2015 – Film
Filmpreis bei der 2. Maraisiade Junger Film ’68 Wien
Wiener Kunstfonds 1968 – Filmkunst

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