Ausgehend von einer Metapher aus James Joyce’s Finnegan’s Wake – ein Toter erwacht zum Leben – bewegt sich Scheugls Film vom Leichenschauhaus ins Freie, an Wäldern und Hauswänden vorbei, an Menschen und Telefonzellen, unter Autobahnbrücken – auf einer verschlungenen Spur, aber ohne Sprünge. Ein Bild (eine starre Einstellung) ergibt das andere, in jedem Ausschnitt finden sich Elemente des vorhergehenden: Scheugl hat diese Vorgehensweise eine ‚Topographie der Zeit’ genannt. Den realzeitlichen Rahmen von 24 Stunden (Morgen, Tag, Abend, Nacht, Morgen) kondensiert der Film, verkürzt ihn auf 40 Minuten. Obwohl bekannt ist, dass Der Ort der Zeit an mehreren Tagen gedreht wurde, bleibt eine reizvolle Vorstellung haften: Ein Filmteam, 24 Stunden am Drehort (dem Albener Hafen bei Wien) unterwegs, stellt die Kamera auf, konserviert zehn starre Sekunden, bewegt die Apparatur ein Stück nach rechts, justiert, konserviert weitere zehn Sekunden … 1398 Minuten Arbeit, 40 Minuten ruhiges Glück.
Der Ort der Zeit ist auch ein verkehrtes road movie: gegen eine geordnete Welt, gegen klare Erkenntnis, gegen Finalität.
Alexander Horwath in: Falter 23/1985.Presse / Film